Dass wir fürsorglich handeln sagt schon der zweite Teil unseres Firmennamens Agro Care. Ob es sich nun um die Fürsorge für die Mitarbeiter handelt, die sich jeden Tag aufs Neue für das Unternehmen einsetzen, oder die Sorgfalt den Kunden gegenüber – die Fürsorge ist ein wichtiger Teil der Unternehmensphilosophie von Agro Care.

Eine ganz wichtige Sorge gilt der Umgebung und der Umwelt. Um den Einfluss des Unternehmens auf die Umwelt möglichst gering zu halten, wird kontinuierlich versucht, die Prozesse möglichst effizient zu gestalten und die Nutzung der knappen Rohstoffe weitestgehend zu reduzieren.

Energie

Für die Tomatenzucht in einem nicht tropischen Klima braucht man ganz schön viel Energie. Diese Energie gewinnt Agro Care auf eine möglichst effiziente Weise mithilfe einiger Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen (WKK), die an den unterschiedlichen Zuchtstandorten aufgestellt worden sind.

Eine WKK kann mit einem großen Schiffsmotor verglichen werden. Diese Motoren werden nicht wie bei Schiffen mit Diesel angetrieben, sondern mit Erdgas. An den Produktionsstandorten wird in einem abgeschlossenen Raum Erdgas mithilfe der WKK in Energie (Strom), CO2 und Wärme umgewandelt.

Strom

Der Strom, der in der WKK-Anlage erzeugt wird, wird in den Gewächshäusern für die Wachstumslampen über den Pflanzen, die internen Transportsysteme und die Verpackungsmaschinen eingesetzt.

Wärme

Die bei der Verbrennung freigesetzte Wärme wird in Form von heißem Wasser in großen Warmwasserspeichern neben den Gewächshäusern gespeichert. Wenn die Außentemperatur sinkt, wird diese Wärme genutzt, um die Gewächshäuser zu heizen.

CO2

Das freigekommene CO2 ist für Agro Care sehr wertvoll. Die Abgase der WKK werden nach ihrer Säuberung über Schläuche in die Gewächshäuser gepumpt. In den Gewächshäusern wird das CO2 von den Pflanzen in Sauerstoff umgewandelt. Durch den Einsatz des CO2 von den WKK kann effizienter und nachhaltiger gezüchtet werden.

Effizienz WKK-Anlagen

Da alle Elemente, die bei der Gasverbrennung in der WKK-Anlage freikommen, genutzt werden (Wärme, Strom, CO2), erreichen diese Anlagen von Agro Care eine Energieeffizienz von 99%. Verglichen mit herkömmlichen Kraftwerken, bei denen die Wärme und das CO2 gar nicht genutzt werden (sie werden mit Flusswasser gekühlt und das CO2 wird direkt in die Atmosphäre geblasen), ist diese Art von Energieerzeugung bedeutend weniger umweltbelastend. Durch die Nutzung des freigekommenen CO2 stößt Agro Care auf Jahresbasis 25.000 Tonnen weniger CO2 als ein traditionelles Kraftwerk aus.

Restenergie

Die Wärme und das CO2, die in den WKK-Anlagen erzeugt werden, werden komplett von Agro Care genutzt. Die Stromproduktion übersteigt jedoch die Bedürfnisse von Agro Care. Ein Teil davon wird von Agro Care wieder ins Netzt gespeist. Damit produziert Agro Care Strom für ungefähr 16.000 Haushalte.

Geothermik

Gemeinsam mit Züchterkollegen von „Agriport A7“ in Wieringermeer wurde 2006das Energiecollectief Wieringermeer (ECW) gegründet. Das Ziel bestand seinerzeit darin, die Infrastruktur in diesem Gebiet optimal zu realisieren und wirtschaftlich zu nutzen. Einige Jahre später startete ECW mit den Bohrungen einer Warmwasserquelle, die im Jahr 2014 in Betrieb genommen wurde. Mit diesem heißen Wasser aus einer Quelle in einer Tiefe von 2,2 Kilometern sparen die Züchter dank der Geothermik gemeinsam 20 Millionen m3 Erdgas pro Jahr. Für Agro Care bedeutet es eine Einsparung von durchschnittlich 2,3 Millionen m3 Erdgas pro Jahr.

Lichtverschmutzung

Um abends und nachts in der Umgebung möglichst wenig sichtbar zu sein, hat Agro Care sehr viel in die allerbesten Verdunklungsanlagen investiert. Das Wachstumslicht über den Pflanzen produziert an den Zuchtstandorten eine sehr starke Lichtstrahlung. Das Licht darf die Umwelt und die Umgebung nicht stören, dafür werden die Verdunklungsanlagen eingesetzt. Mit diesen Anlagen wird 98% des Lichts abgedunkelt. Agro Care war der erste Tomatenzüchter, der mit dem Verdunkeln des Lichts in seinen Gewächshäusern angefangen hat.

Pflanzenschutz

Um die Tomatenpflanzen gegen Krankheiten und Seuchen zu schützen, nutzt Agro Care vor allem biologischen Pflanzenschutz.

Da kontinuierlich nach unerwünschten Insekten gesucht wird, kann schnell und effizient eingegriffen werden, wenn sie festgestellt werden. Wenn ein unerwünschter Eindringling gefunden wird, werden nur an der betreffenden Stelle nützliche Insekten ausgesetzt, die die unerwünschten bekämpfen.

Sollte eine Seuche wider Erwarten nicht mit biologischen Mitteln beseitigt werden können, dann kann im äußersten Fall auf traditionelle, milde Pflanzenschutzmittel zurückgegriffen werden. In diesem Falle geht man nur örtlich vor. Sollte eine Seuche in einem Gewächshaus außer Kontrolle geraten, hätte dies katastrophale Folgen für die gesamte Zucht. Ein zwischenzeitlicher Abbruch einer Gewächszucht führt zu schwerwiegenden wirtschaftlichen Konsequenzen und stellt darüber hinaus unnötige Verschwendung knapper Energie dar.

Wasser

Für die Tomatenzucht benötigt man viel Wasser und viele Nährstoffe. Dadurch, dass die Tomaten von Agro Care ausschließlich auf Zuchtmatten wachsen, kann mit diesen Elementen effizient umgegangen werden.

Die Zuchtmatten befinden sich im Gewächshaus auf langen Rinnen. Die Nährstoffe sowie das Wasser werden mit kleinen Schläuchen mit Tropfvorrichtungen transportiert, die in die Wurzelmasse der Pflanzen gesteckt werden. Die Pflanze nimmt nur so viel Wasser und Nährstoffe auf, wie sie braucht, der Überschuss läuft über die Rinnen wieder zurück in den Technikraum des Gewächshauses. Hier wird das Wasser gesäubert, damit es wiederverwendet werden kann. Dank dieser Zirkulation verschwindet weder Wasser noch Nährstoffe im Boden.

Das für die Zucht eingesetzte Wasser ist Regenwasser, das vom Dach der Gewächshäuser in großen Auffangbecken neben den Zuchtstandorten gesammelt wird.

Dank dieser Zuchtmethode werden bei Agro Care durchschnittlich nur 4 Liter Wasser für ein Kilogramm Tomaten gebraucht. Zum Vergleich: bei Vollboden-Tomatenzucht in den Mittelmeerländern werden durchschnittlich 60 Liter Wasser pro Kilogramm benötigt.